Die Stadt fordert von Bund und Bahn, die Finanzierung und den Bau der Neubaustrecke (NBS) Frankfurt-Mannheim in den laufenden Haushaltsverhandlungen des Bundes sicherzustellen. OB Christian Specht, der auch Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Neckar ist: „Die Bahnstrecken zwischen Frankfurt und Mannheim sind seit Jahren massiv überlastet. Viel zu wenige Gleise verbinden die bedeutenden Wirtschaftsräume Rhein-Main und Rhein-Neckar mit ihren rund sechs Millionen Einwohnern. Die heutige Verbindung ist ein Flaschenhals im europäischen Nord-Süd-Korridor von der Nordsee bis ans Mittelmeer, der sich auf den Güter- und Personenverkehr auf dieser wichtigen europäischen Strecke auswirkt. Umso unverständlicher ist, dass nun schon wieder die Finanzierung dieses zentralen Projekts auf der Kippe steht, das wir seit knapp 40 Jahren diskutieren. Die Bahn hat angekündigt, ab 2026 den Halt des Regionalexpress 70 in Mannheim-Waldhof entfallen zu lassen, weil Schienenkapazitäten fehlen. Damit verlieren viele Pendlerinnen und Pendler, die bei den großen Unternehmen in Norden der Stadt arbeiten, eine wichtige Anbindung. Eine Wiederaufnahme des Halts ist dabei auch von zusätzlichen Kapazitäten durch die Neubaustrecke abhängig. Der Eisenbahnknoten Mannheim ist eine zentrale Drehscheibe des europäischen Schienenverkehrs und ein wichtiger Schnittpunkt im europäischen TEN-V Netz. Er ist chronisch überlastet, was sowohl regionale als auch nationale und internationale Verkehre massiv beeinträchtigt."
Der OB weiter: "Der leistungsfähige Ausbau des Knotens Mannheim ist entscheidend für wirtschaftliches Wachstum, Klimaschutz und die Mobilität von Millionen Menschen in ganz Europa – er darf nicht weiter verzögert werden!“ Oberbürgermeister Christian Specht hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Verbands Region Rhein-Neckar Stefan Dallinger den Bundesminister für Verkehr Patrick Schnieder angeschrieben und um ein Gespräch zur zukünftigen Entwicklung des Bahnknotens Mannheim gebeten.
Verband Region Rhein-Neckar: "Einer der wichtigsten Bausteine im Gesamtkorridor"
Die Region Rhein-Neckar begleitet - laut einer aktuellen Mitteilung - die Planungen von Bund und Bahn zur NBS Frankfurt - Mannheim von Beginn an, um eine verkehrlich sinnvolle Gesamtlösung für die Region zu ermöglichen: "Aus regionaler Sicht ist das Projekt NBS Frankfurt - Mannheim einer der wichtigsten Bausteine im Gesamtkorridor, der zur Beseitigung eines europa- und bundesweiten Engpasses einer zügigen Finanzierung und Realisierung bedarf. Umso unverständlicher sind die gestrigen Pressemitteilungen, die eine Finanzierung und den Bau der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim in den laufenden Haushaltsverhandlungen des Bundes in Frage stellen. Landrat Stefan Dallinger, Vorsitzender des Verbandes Region Rhein-Neckar, mahnt an, „dass im Hinblick auf den regionalen Schulterschluss die einmalige Chance der Realisierung einer echten Konsenstrasse nicht verspielt werden darf. Der Verband organisiert seit Jahren die Kooperation unter den Kommunen und den Abgeordneten im Regionalforum Schienenkorridor Rhein-Neckar mit der Abstimmung verschiedener Positionen. Die Region hat alle Betroffenen hinter eine Konsenstrasse gebracht, die der Bahn den Planungsprozess wesentlich erleichtert hat. Daher fordern wir, die Planung der Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim konsequent weiterzuverfolgen und die einzelnen Planfeststellungsabschnitte zügig einzuleiten. Um die Wirtschaft der Region dauerhaft zu unterstützen und die Verkehrswende zu erreichen, ist es notwendig, dass langfristige und verlässliche Finanzierungspläne für den Verkehrssektor seitens des Bundes aufgestellt werden.“

